Die 30. Auflage des Sella Ronda Skimarathon führte Horst und mich ins schöne Fassatal. Die Anreise am Vortag war insofern von Vorteil, nicht nur der Stimmung des kleinen Ortes Canazei wegen, sondern um das Panorama rundum der berühmten Marmolada bei herrlichem Frühlingswetter voll aufsaugen zu können. Noch schnell die Startnummern auf den Rucksack und einen Espresso Doppio auf der Esplanade, schon gings für uns in die Startaufstellung. Erstmals standen wieder über 500 Teams an der Startlinie, um die 42km und 2800hm Runde um den Sella Stock zu absolvieren.

Nach dem Startschuss um 18:00 gings für uns erstmal per pedes durch die engen Gassen von Canazei bevor wir die Skier im tiefen Kunstschneesulz anlegen konnten. Nach dem Gedränge und Getümmel musste erst der Partner wieder gefunden werden, bevor es auf das Sellajoch den ersten von vier Pässen ging. Wir drückten ordentlich an, um uns von der Masse zu entfernen. Vielleicht war es aber auch die Angst vor den sehr ambitioniert angesetzten Splitzeiten und vom Besenwagen eingeholt zu werden. Hirn aus und runter bretteln war angesagt. Nach der ersten Talankunft in Wolkenstein folgte wieder ein Sprint durch den Ort, bevor es weiter aufs Grödner Joch ging. „Wen ma des Tempo so weitergengan, keman ma ned ins Ziel“ mit diesen wärmenden Worten machte mich Horst darauf aufmerksam das Tempo zu drosseln und ihn die Führung zu überlassen. Nach kurzen Tiefphasen war die Labestation am Passo Gardena eine Wohltat und wir konnten in der Abfahrt nach Corvara wieder einige Läufer überholen. Der sternenklare Nachthimmel ließ die umliegenden 3000ern im Mondschein erleuchten und veranlasste mich die angehenden Strapazen zumindest für eine gewisse Zeit zu vergessen. Die angenehmen Temperaturen machten selbst die rasanten Abfahrten zu einem skifahrerischen „Genuss“.

Nun folgte ein Abschnitt von 540hm mit 6km, welcher eher an ein Langlaufrennen als ein Skitourenrennen erinnerte. Viele Teams gingen daher „am Seil“, nicht um den Partner vor einem Absturz zu sichern, sondern um den Hintermann -oder Frau zu ziehen…der Inbegriff von „Maschinen“.

Mit den nächsten mentalen Herausforderungen erreichten wir nach insgesamt 27km und 2000 gegangen Höhenmetern den Passo Campolongo. Spätestens hier wurde uns bewusst, dass die Dichte an guten Sportlern und das Level enorm hoch sind. Diese Veranstaltung ist nichts mehr für „Nasenbohrer“.

Letzter Aufstieg.. noch einmal gut 7km mit 750hm. Das Licht am Pordio Joch ist schon von weit unten erkennbar, der Weg sollte jedoch noch weit werden. Kein Grund für Horst jetzt nicht einen Zacken schneller zu gehen. Im Stechschritt überholten wir noch einige Läufer und konnten einiges an Zeit gutmachen. „De Leidn wü überhaupt ned aufhern“, ja so war es.

„Finito“ rief eine Stimme vor der Abfahrt. Nicht ganz. Ein „Durchschlupfer“ war noch zu bewältigen, der uns nochmal die Skier von den Füßen nehmen ließ. Egal, jetzt geht’s zurück nach Canazei, wo das Rennen seinen Anfang nahm. Nach dem Schlussprint mit den Skiern in der Hand überquerten wir gemeinsam die Ziellinie bei 5h 18min.

(Siegerzeit: 03h 4min Oberbacher Alex, Drion Maximilien)

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