Vergangenen Samstag war es endlich soweit!
Nachdem so ziemlich alle Laufveranstaltungen in Oberösterreich abgesagt wurden, nahmen sich die Frauen und Männer des LAUFWUNDERS Steyr ein Herz und zogen ihren 6 Stundenlauf inklusive Corona-Auflagen durch!
Vorweg, herzlichen Dank an den Veranstalter! Es war trotz der Einschränkungen und Teilnehmerlimits eine herrliche Veranstaltung!
Bericht Roman: Mit nicht allzu großen Erwartungen reiste ich also nach Steyr, um nach 2012 wieder einmal an einem 6 – Stündler teilzunehmen. Das Minimalziel lautete 50km. PB 65km sollte sich, wenn alles läuft, ausgehen.
Das Traumziel 70km ist voraussichtlich außer Reichweite. Dennoch wollte ich versuchen mit Schnitt 5min/km so weit wie möglich zu kommen.
Zu Beginn, wie erwartet, lief es wie am Schnürchen. Die äußeren Bedingungen waren ideal. Nebel. Leichtes nieseln aus dem Nebel. Eine flotte Strecke. Ein bisschen wellig, aber schnell.
Mit den vorderen Rängen hatte ich natürlich nichts am Hut, dennoch konnte ich mich so um Rang 10 – 15 einreihen.
Den Anschluss der Verfolger habe ich leider verpasst und so spulte ich meist alleine meine Runden bis KM30 locker runter. Die nächsten 5km waren schon etwas schwieriger, dennoch konnte ich die Pace gut halten.
Nach Halbzeit, sprich nach 3 Stunden hatte ich die 35km beisammen.
Nun wurde mir aber schnell klar, dass das keine 3 Stunden mehr so weitergehen würde.
Prompt änderte ich die Strategie, bremste und konzentrierte mich auf meine PB.
Der Nebel hatte sich in der Zwischenzeit verzogen und der Spätsommer zeigte sich von seiner schönsten Seite. A bissl warm halt, fast heiß.
Irgendwie ging plötzlich nichts mehr weiter. Der Marathon konnte nicht abgehakt werden und die aufmunternden Worte meiner sonst treuen Begleiter blieben aus. Mann bin ich arm 😊
Bei 42,2 habe ich dann schon massiv mit dem Aufhören spekuliert. Dann aber entschloss ich mich zu einer Pause bei Bier (0% alk.) und einem leckerem Aufstrichbrot bei der Labe.
Und … es half. Kurz darauf setzte ich meinen Lauf fort und sah dort und da die anderen Jungs und Mädls, wie sie sich auch schon quälten und zum Teil gingen. So rief ich mir den Leitsatz aller Stundenläufe wieder ins Gedächtnis. Draußen bleiben, draußen bleiben!. Egal ob marschierend oder laufend. Allmählich und weil das Tempo schon sehr gemütlich war, kam ich mit den anderen Läufern/innen etwas ins Gespräch und so absolvierte ich nicht nur die 50km Marke, sondern auch die Zeit verging sehr rasch. Die Anfeuerungen aller anderen Betreuer, sowie die der Trommelcombo und die des Laufwunders nahm ich gerne entgegen. Noch einmal drüber gerechnet. Ups, auch mit den 60km wird es schwer. Mittlerweile waren 5 Stunden und 15 Minuten absolviert. Und plötzlich, kam ich nach dem verdammt langen Tief wieder in ein Hoch und konnte schön langsam wieder pushen.
Letzte Hochrechnung: 59km gehen sich aus. Da es zum Schluss gar so gut lief, konnte ich im vorletzten Umlauf dann noch meine schnellste Rennrunde absolvieren.
Das Vermessungsteam und die mobile Bierlabe (Palette auf Hubwagerl) waren schon auf der Strecke und so war klar, gleich ist es geschafft.
So lief ich die letzten Meter bis KM59 und drehte dann kurzerhand bei einem Schattenplatz 90 Sekunden vor Schluss ab. Geschafft!
Freilich weit weg von den gesetzten Zielen, aber happy dabei gewesen zu sein. Vor allem nicht aufgegeben zu haben.
Nach dem Ziel - Seiterl und dem Beglückwünschen der Mitstreiter auf der Strecke begab ich mich zurück zum Auto und packte meine Sieben Sachen wieder ein. Meldete mich kurz Zuhause und wollte dann heim. Kurz noch ein Blick auf die Ergebnisliste. Alter, was ist da passiert? Durch einige Ausfälle (Dick Demeter; hat Tapfer bis Stunde 3 mit Highspeed an der Spitze gekämpft, …) hat es mich in der Klasse M40 auf Rang 1 gespült 😊. Unglaublich! Zwar sind 59, äh, 57,85km nicht berühmt (Abweichung GPS – Uhr : vermessene Wegstrecke), aber den Sieg den nehm ich auf alle Fälle mit! Also auf zur Siegerehrung!
Es war eine Freude noch einmal mit allen etwas zu feiern und schließlich ganz oben zu stehen. Kommt ja nicht so oft vor.
Gratulation an den Tagessieger Stolzlederer Robert vom LSC Wolfsbach, der nicht nur seine Marathonbestzeit verbesserte (Durchgangszeit 42,5km _ 2h55min!!), sondern auch die arrivierten Ultraläufer wie den bereits genannten Dick und Dominik Pacher (3. Rang) in Schach hielt!
Nicht weniger spannend war das Damenrennen, welches Danninger Silke v. den LAC Amateuren Steyr mit neuer PB von 61km für sich entscheiden konnte!
Danke in jeden Fall noch einmal an alle die dieses Ultralaufevent ermöglicht haben!
Kann leicht sein, dass ich wieder einmal nach Steyr komme, UND dann hoffentlich mit Laufkollegen/innen im Gepäck!
Schöne Grüße,
Roman