Auf der Suche nach neuen Herausforderungen stieß ich im Herbst auf den Hochkönigman, und da mir beim Gedanken in der
traumhaften Gegend rund um den Hochkönig zu laufen nur schöne Kindheitserrinerungen entgegenkamen wurde nicht lange nachgedacht und gleich angemeldet.
Der Event teilt sich in 3 Läufen auf:
Speedtrail 23,57km / 1441hm
Marathontrail 46,94km / 2751hm
Endurancetrail 84,9km / 4928hm
Ich nahm den Eundurancetrail in Angriff und so ging für mich am 3.6.2016 um 24:00 die Reise los.
Da mir die Strecke unbekannt war suchte ich mir eine kleine Gruppe die ungefähr mein Tempo entsprachen wo zufällig auch
ein alter Trailbuddy nämlich Alexander Steidl und sein Freund Rene Fahrengruber beinhaltete. Mit netten Gesprächen merkten wir die ersten Kilometer kaum und so ging es in einem ordentlichen Tempo übers Hinterthal vorbei an der Erichhütte in Richtung Mühlbach.
Nach den ganzen Regenfällen der letzten Wochen war natürlich alles durchgeweicht, sodass die meisten Trails, gerade bergab oft sehr
schwierig zu Laufen waren da man natürlich keine Verletzung riskieren wollte. In Mühlbach bei Sonnenaufgang angekommen empfingen und noch ein paar Reste der Nachtschwärmer, die uns bei den Verpflegungsstationen anfeuerten. Mitten im extrem steilen Schneeberg wurde mir klar, dass ich das Tempo mit den zwei sympathischen Trailbuddys nicht mehr halten konnte, so wurde sich nur das Beste gewünscht und sich verabschiedet. Auf mich alleine gestellt kämpfte ich mich auch den Schneeberg und beim Downhill Richtung der nächsten Verpflegungsstation in Dienten, merkte ich schon wie meine Kräfte schwanden.
Fragen klirren durch meinen Kopf: Hab ich zu schnell begonnen? Hab ich mich Überschätzt? Wie geht es weiter?
Angekommen in Dienten füllte ich mein Reserven auf und ließ mir ordentlich Zeit zum Essen und Trinken und versuchte mich
mit ein paar Scherzen auf andere Gedanken zu bringen. Weiter gehts Richtung Hundstein den höchsten Ziel der Runde und da passiert mir das Ungeschick, froh drüber das ich mich bis jetzt noch nicht verlaufen habe bemerke ich nach fast einen Kilometer das
ich mein Trailstöcke bei der Verpflegungsstation vergessen habe, wie mein Vater immer sagt: Was man nicht im Kopf hat, hat man in
den Beinen. Nachdem ich meine Stöcke wieder hatte ging es endlich los Richtung Klingspitz und weiter auf den Hundstein.
Die Oberschenkel brennen und der Körper läuft auf Reserve und noch immer 25km und 1000hm vor mir. Ich versuche mich abzulenken und schmeiß mir feinsten Hardrock rein sodass ich nur noch von Lied zu Lied denk doch irgendwann hilft das auch nichts mehr und mein Akku scheint am Hundstein angekommen völlig leer. Bei der Verpflegungsstation wurde mir immer wieder gut zugeredet und nach 3-4 Schluck Bier nahm ich dann die letzten 15km und 400hm in Angriff.
Total erschöpft komme ich dann irgendwann und irgendwie bei der Schwalbenwand an wo es ab dort nur noch bergab ging, dass hört sich nach dem Ende an, doch wenn man kaum mehr aufrecht gehen kann wird so ein Downhill zur Hölle. Im Gedanken bei meiner
Familie und meinen Liebsten die im Ziel auf mich warteten wurde das ganze Ausmaß der Erschöpfung sichtbar ich hatte ständig Tränen in den Augen und leicht zulaufende Downhills gingen nur noch im langsamen Laufschritt.
Doch es gibt wie immer bei solchen Ultras ein Happy End.
Angekommen in Maria Alm und von Hunderten Jubelnd empfangen komme ich nach 14:40:15h an und falle meinen mitgereisten in die Arme.
Es reichte für Platz 21 aber das ist nur eine Randnotiz, vielmehr bin ich stolz darauf das ich ein weiteres Rennen auch nach schon totaler Erschöpfung gefinished habe.Gratulation an meinen Trailbuddys!Alexander Steidl Platz 10 in 13:15:11h
Rene Fahrengruber Platz 11 in 13:15:11hMarathontrail: Daniel Spiessberger Platz 10 in 5:34:13h
Robert Weixelbaumer Platz 37 in 6:45:22hSpeedtrail: Marcus Brandl Platz 11in 2:33:28hVielen Dank an alle Helfer, alle Trailbuddys, der Bergrettung und dem Organisatoren Team die mich bei dieser Reise immer Motiviert haben.