Alle Jahre wieder lädt die Berglandschaft Rund um den Traunsee zum weit über die Grenzen bekannten Bergmarathon.
Nach der geglückten Premiere 2014 sollte heuer die Bestätigung der Vorjahresleistung folgen.
Nach der Vorbereitungsphase die sich von Jänner bis Ende Juni, mal intensiver, mal weniger :-) , durchzog war das persönliche Gefühl gut, jedoch nicht besser als letztes Jahr und somit war auch kein Druck wegen irgendwelcher Wunschzeiten vorhanden, schon gar nicht wenn man die letzten Tage vor dem Lauf in den Wetterbericht blickte.

Nach dem letztjährigem, zum Teil starkem Gewitter vermeldete man heuer eine Hitzewelle von bis zu 34°C (im Schatten) und dies sollte auch für einige zum Spielverderber werden.
Samstag,4.Juli 2015 02:00 Uhr: Der Wecker läutet und ich stehe förmlich im Bett, der Tag X ist gekommen, heute heißt es wiedermal den inneren Schweinehund bekämpfen….Geil!
Nachdem morgendlichem Routineprozedere werden die letzten Handgriffe am Equitment noch getätigt, „etwas“ Sonnencreme wird noch aufgetragen und dann geht es mit dem Auto Richtung Gmunden.
Pünktlich um 2:50 Uhr traf ich dann auf der Esplanade ein und wurde sofort von einigen Nachtschwärmern mit letzten Anfeuerungsworten begrüßt (sofern ich sie verstehen konnte).

Nach ein paar Minuten dann die ersten bekannten Gesichter, der Meister (wie er sich seit seinem grandiosem Sieg bei der SKDO-Meisterschaft 2015 nennt) Hias stand mit der Kamera bereits Habt Acht und auch der Jubilar (10.TBM) Aschi stand schon parat.
Mit Letzterem begann ich auch, nachdem das Startsignal ertönte, den Angriff auf die Rund 70km und 4500hm.
Im Stirnlampenlicht und einem super Anfangstempo liefen wir den Grünberg hoch und konnten dies auch bis zur Kontrollstelle Gedenkstein gemeinsam beibehalten, an dieser Stelle musste sich jedoch Aschi seine Socken zurechtrücken und unsere Wege trennten sich.
So kam es dazu, dass meine neue Begleitperson bis Mitte Traunstein die Bergmarathongewinnerin 2014 Johanna Simmer(sie sollte sich auch heuer wieder den Titel holen, Gratulation) wurde und wir konnten in der von ihr angesetzten Pace gut Meter machen.


Die letzten 400 Höhenmeter versuchte ich dann das Tempo noch etwas zu erhöhen, was mir gut gelang und somit konnte ich unter leichten Krampfansätzen zu einer 3-Manngruppe aufschließen, die mich dann bis zu den motivierenden Rufen von Roman, der mit ein paar Powergummis auf uns wartete, nach oben zum Naturfreundehaus zogen.
Hier war dann erstmal intensiv laben angesagt: Flüssigkeit,Magnesium,Gel und dank meiner Wegbegleiterin, die am Gipfel wieder aufgeschlossen hatte, gab es auch eine Salztablette.
Durch diesen Energiemix verabschiedeten sich auch wieder die Muskelprobleme und ich konnte vom Abstieg Mairalm bis zum Einstieg Spitzlsteinalm super anziehen, was mich glücklich stimmte, den erstmals wurde mir bewusst,dass ich auf pB-Kurs bin.
Am Daxnersteig nahm ich dann gezielt etwas Tempo raus, um nicht wieder Probleme mit Krämpfen zu bekommen, und so fand ich hinter einem Gleichgesinnten den perfekten Rhythmus um nach oben zu gelangen.
Leider meldete sich dann beim Abstieg,nach intensiver Flüssigkeitszunahme, meine Magen- bzw.Bauchmuskelgegend, was mich daran hinderte wieder auf die Tube zu drücken, da das „Stechen“ zu beeinträchtigend und schmerzhaft war, sodass ich mich nur leicht joggend nach Ebensee quälte.
Dort angekommen traf ich meinen Freund Gasselsberger Flo der kurz zuvor bei der Labstelle angekommen war und nur mit geringem Abstand weiterlief.
Diese Tatsache und der Blick auf die mitlaufende Uhr, die mir ein 30min Vorsprung zum Vorjahr anzeigte, machten kurzerhand meine Problemchen vergessen und somit packte ich mein Cap und die Stöcke aus dem Gepäck und startete auf die 2. Hälfte.
Bis zu den ca.250 bevorstehenden Treppen am Fuße des Feuerkogels konnte ich diesen sogar einholen, was mich dann leider zur einzigen, aber verheerenden Fehlentscheidung des Tages verleitete.
Von Euphorie gesteuert zog ich an ihm vorbei, die Beine machten toll mit und ich orientierte mich an die Gruppe vor mir, jedoch war nach etwa 400hm „der Mann mit dem Hammer“ parat und dieser zwang mich ganz,ganz dicht an den Rande der Aufgabe.
Das Herz pochend, die Lunge wie abgeschnürrt, so musste ich für kurze Zeit den Kampf mit dem Berg unterbrechen und damit ich auch noch eine mentale Keule abbekomme, marschierte mein Freund Flo wieder an mir vorbei (der sich glücklicherweise wieder erfing und eine tolle zweite Hälfte lief).
In diesem Moment gehen einem sehr viele negative Gedanken durch den Kopf und das Einzige was dich aus so einem Loch wieder rausholt sind Elemente, die dich auch im Alltag auffangen: der Gedanke an Familie, Freunde und alle die dich unterstützen.


Die Gewissheit, dass auf den nächsten 30km Freunde am Feuerkogel, mein Vater in der Kreh und im Ziel die Freundin + weiterer Freunde auf mich warten und bei gefühlten 40 Grad wegen mir nicht zum Abkühlen ins Freibad fahren oder in den Pool springen……. das waren die Beweggründe weiter zu machen!
So setzte ich meine Tour wieder fort und versuchte das Bestmögliche aus den Umständen zu machen.
Oberhalb der Baumgrenze war die Hitze am Feuerkogel bereits unerträglich und mit den letzten Kräfte kämpfte ich mich zur Kranabethhütte, wo mich die letzten Meter und nach gut 7:05h die motivierenden Zurufe von Florian,Sandra,Übi,Xandi und Hias erreichten….(das tat gut).

Auch einen weiteren Bekannten sollte ich hier treffen, einer der für die nächsten gut 4h mein Gleichgesinnter sein sollte: Rick.
Er war mit Hias unterwegs und hatte genauso wie ich grobe Probleme, bei ihm waren es jedoch muskuläre…..doch auch seine Devise war: „Aufgeben duasd nua an Briaf“
Nach einer kl. Verschnaufpause und Elektrolytaufnahme in Form von einem „Weizenneger“(Danke Übi) ging es die Kreh hinunter….es war zwar für mich kaum mehr möglich zügig zu laufen, den nach einer Erkältung in der Vorwoche, machte mein Körper schon deutliche Anzeichen im roten Bereich zu sein.
Unten angekommen begegnete ich erstmals meinen Servicemann für das Schlussdrittel, er war mit Getränken (das vom Veranstalter zur zahlreich Verfügung gestellte hing mir leider schon beim Hals heraus), sowie mit Schmiergels zur Stelle und auch Hias und Rick traf ich wieder.
Hias gab nun den Befehl an mich, sich an ihnen anzuhalten um für den Rest auch eine mentale Stütze in Form von Begleitern zu haben (als amtierende Nummer 3 folgte ich natürlich der Ansage) und so ging es weiter auf die Hochsteinalm.
Diese war beim ersten Antreten eines meiner negativen Schlüsselmomente, da ich dort aufgrund massiver Krämpfe und dem Irrglauben, man habe es bereits geschafft, sehr leiden musste, jedoch ging es mir heuer gefühlt besser.
Bergab hatte ich jedoch heuer Probleme, mein Körper ließ in der Hitze keinen extrem überhöhten Puls mehr zu und so musste ich die beiden abwärts immer etwas ziehen lassen, da halfen leider auch die motivierenden Worte der Teamkollegen Horst und Staufi nichts, aber durch kürzere Labzeiten und etwas fittere Beine über Grasberg und Gmundnerberg konnte ich den Rückstand wieder wettmachen.
Angekommen beim Urznwirt kam uns dann noch ein weiterer SKDO-Biker entgegen, Dezi nahm die letzten Kilometer mit uns in Angriff und machte es nochmals ernst, denn aufgrund der einwandfreien 1.Hälfte war die schon längst abgehakte pB noch möglich.


Auf der Esplanade endlich angekommen nahmen wir dann den letzten Kilometer im leichtem Laufschritt in Angriff und schafften so unter dem Applaus der Zuschauer und der Anfeuerungsrufe von meinen mitgereisten Anhängern den Zieleinlauf nach exakt 11:28h -> persönliche Bestleistung um 8min verbessert!


Ich war nicht nur überglücklich über die Zeit, sondern auch überglücklich das es endlich vorbei war, den die Sonne und die Hitze waren schon unerträglich geworden und mein Körper stark dehydriert und so gönnte ich mir dann meine erste Halbe Bier, die mich wieder zu Kräften brachte um noch ein paar weitere Hopfenkaltgetränke mit den Besuchern zu trinken.


Auf diesem Weg möchte ich auch noch meinen Trainingspartnern Simon und Peter zu ihren hervorragenden Debüts über die HM-Strecke Ebensee-Gmunden gratulieren (Rang11 und 20), sowie dem ersten SKDOler der den Bergmarathon gewonnen hat (Gratuliere Jürgen… Wahnsinn,) und natürlich dem ersten SKDOler, der in den GoldenClub gekommen ist, Aschi hast da echt verdient, Sensationell!!

Weiters möchte ich mich bei allen bedanken die mich im letzten Jahr unterstützt haben und mir am Samstag die Daumen gedrückt haben, allen voran: Stefanie, Maria, Christa, Sandra, Übi, Florian, Thomas, Simon, Peter, Xandi, Kapsi, Roman, Claudia, Anna, Horst, Staufi, Dez, Hias, Rick, meinen Eltern und den Schwiegereltern.
Ihr habt diesen Tag für mich unvergesslich gemacht!

 

TV Berichte:

https://www.lt1.at/programm/sendung-verpasst/detail/06-07-2015/episode/gmundner-bergmarathon-bei-rekordhitze.html

http://www.btv.cc/system/web/video.aspx?bezirkonr=0&detailonr=225164921&menuonr=222383999

Zeitungsberichte:

http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/salzkammergut/Ein-Bergmarathon-wie-in-der-Ofenroehre;art71,1890025

http://www.hdsports.at/laufsport/events/10625-hitze-verhinderte-teilnehmerrekord

Bilder:

http://www.sportograf.com/de/shop/event/3080-27-Bergmarathon-powered-by-Dynafit#event