Vergangenes Wochenende fand in Valdagno etwas östlich des Gardasees der Trans D`Havet Ultramarathon statt.

Gleichzeitig wurde bei diesem Rennen der Titel „European Sky Running Ultra  Champion" vergeben, was zu einem sehr stark besetzten Starterfeld führte. Mit von der Partie war Jürgen der sich neben Laufgrößen wie Kilian Jornet, Phillip Reiter oder Emilie Forsberg um Punkt 1 Uhr Nachts an die Startlinie stellte um sich der Herausforderung von 5500Höhenmetern aufgeteilt auf 80Km zu stellen.

Die Eckdaten alleine versprachen schon ein hartes Rennen, doch das sollte nicht das einzige sein, was meinem Körper die Kräfte und vor allem das Salz entzog. Die Tropische Hitze machte diese Ausgabe zu einer echten Überlebensprüfung. Jürgen hatte dieses mal leider nicht das Glück auf seiner Seite und zog sich am Vortag eine leichte Lebensmittelvergiftung zu was zu mehrfachen Buschbesuchen schon vor dem Startschuss führte. Schon zu beginn des ersten Anstieges fing mein Magen an sich zu verkrampfen und Nahrung komplett abzuwehren.

Nach gerade einmal 7Km verstärkten sich die Magenkrämpfe so stark das ich mich übergeben musste. Somit war klar, dass dieses mal keine Topzeit möglich sein wird und das es womöglich das vernünftigste sein wird abzubrechen. Doch ich hatte zu viel investiert um bei diesem Megaevent dabei zu sein und entschloss mich doch noch weiter zu machen.

Die positiven Höhenmeter gingen nach einer weile (mit viel Cola) doch relativ zügig vorbei, nur auf den Flachpassagen und vor allem Bergab rebellierte mein Magen auf Grund der starken Erschütterungen. Ein weiteres Problem sollte  die Energieversorgung werden, denn 80Km ohne zusätzliche Kalorienzufuhr ist so gut wie Unmöglich. Also nahm ich mir die Zeit bei den einzelnen Labstationen mich so gut es ging mit Bananen, Kuchen und Cola/Wasser zu stärken.

Ein echtes Highlight der Strecke ist der Lauf auf der „Strada del Galeria 52", ein Weg der im 1.Weltkrieg zur Verteidigung in den Berg gesprengt wurde und sich steil und immer am Abgrund entlang den Gipfel empor schlängelt.

Nach endlos langen Stunden (13h 41min) der Verzweiflung und des mentalen Kampfes mit dem inneren Schweinehund in der wahnsinnigen Hitze, lief ich total erschöpft aber stolz trotz allem gefinnisht zu haben, ins Ziel. Gewonnen hat und ist somit Europameister Kilian Jornet (wer sonnst!?) in einer unglaublichen Zeit von exakt 9h. Für mich hat es erstaunlicherweise noch für Rang 68ges. von knapp 400 gereicht (30.AK).

Das war mir jedoch vollkommen egal, da mein eigentliches Ziel die 3 Qualifikationspunkte für den UTMB waren, die ich jetzt alle auf meinem Konto habe;)

Zusammengefasst kann ich dieses Rennen in den „kleinen Dolomiten" nur weiterempfehlen. Klasse Organisation und eine abwechslungsreiche, fordernde Streckenführung machen es zu einem echten Tipp für Ultrarunner!